Ein Fall aus der Praxis
Akutfall B.L., weiblich, 4 Jahre alt
Behandlungsgrund/Diagnose: akutes Erbrechen
Akutanamnese:
Die Mutter rief morgens in der Praxis an und berichtet folgendes.
"Mein Kind hat heute Nacht 3 mal erbrochen. Es begann gegen 4.00 Uhr morgens.
Jetzt schläft sie, sie hat keinen Appetit, sie hat 3 Salzstangen und drei Löffel Wasser genommen."
Selbst diese kleine Menge konnte sie nicht behalten. Das Wasser kam wieder.
Nach welchem Zeitraum kam das Wasser wieder?
B. erbrach das Wasser nach etwa 5-10 Minuten.
Fieber? 38 ° C.
Was war los gestern?
Eigentlich nichts besonderes, das Erbrechen kam ganz plötzlich .
Sie erzählte, dass sie gestern Nachmittag selbstgemachtes Orangeneis gegessen hat und dies nie wieder essen will.
Ihr Bauch ist auffällig gebläht und tut weh.
Die Mutter muss ihn sanft massieren, dann wird es besser (2)
Gemütszustand?
Sie möchte, dass die Mutter bei ihr bleibt. Sie schläft und ist schwach. Sie kann nicht aufbleiben, sie möchte sich gleich wieder hinlegen.
B ist ein zierliches, blondes , sonst fröhliches Mädchen.
Schweiß?
B schwitzte nach dem Erbrechen, sie hatte eine ganz feuchte Haut.
Durst?
Wenig Durst
Frage:
1.Frage: Was ist in diesem Fall für Dich das Zentrale an diesem Fall und somit das zu Heilende nach § 3?
Antwort
Es handelt sich um einen akuten Fall und das Zentrale ist für mich das akute Erbrechen.
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Frage:
2. Frage: Welche Symptome sind für Dich hochwertig sodass Du sie in die Hauptrepertorisation aufnimmst? Welche Rubriken nimmst Du zur Differentialdiagnose?
Antwort
Gemüt - Magnetisiert - Verlangen magnetisiert zu werden
Schweiß - Erbrechen - nach Erbrechen; Schweiß
Magen - Erbrechen - Trinken - warm wird; sobald das Wasser im Magen
Differentialdiagnose:
Allgemeines - Reiben - sanftes Reiben - amel.
Allgemeines - Schwäche - akute Krankheiten - bei
Magen - Erbrechen - nachts
Magen - Erbrechen - Eiscreme agg.
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Frage:
3. Frage: Welches Arzneimittel verordnest Du und wie verabreichst Du das Mittel?
Antwort
Ich verordne Phosphor C 30, 3 Globuli trocken auf die Zunge, da das Wasser erbrochen wird.
Im Anschluss fraktionierte Gabe Phosphor C 30 in Wasser. 3 x 1 Teel. Über den Tag verteilt.
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Frage:
4. Frage: Begründe Deine Mittelwahl!
Antwort
Ich habe mich für Phosphor entschieden. Phosphor hat generell einen großen Bezug zum Erbrechen.
Für Phosphor spricht das Erbrechen sobald die Flüssigkeit im Magen warm geworden ist.
Es ist ein bekanntes Keynote von Phosphor. Die Rubrik ist mit Künzli Punkt versehen und Phos ist dort 4 wertig aufgeführt.
Das Schwitzen nach dem Erbrechen ist ein auffälliges Symptom der Patientin und ich finde es bei Phosphor bestätigt.
Auch die ausgeprägte Schwäche und Müdigkeit bei einer akuten Erkrankung ist für Phosphor typisch. B. ist sonst ein lebhaftes, fröhliches Kind.
Allerdings ist es auch pathognomonisch für akutes Erbrechen, deshalb nahm ich es nicht in die Hauptrepertorisation.
Weiter hat mich in meiner Mittelwahl bestätigt, dass das Kind möchte, das ihre Mutter bei ihr bleibt und ihr den Bauch massiert. Phosphor liebt Gesellschaft und v.a. will es magnetisiert werden. Magnetisieren bessert die Beschwerden, dies ist auch in diesem Fall so.
Die Durstlosigkeit spricht eigentlich gegen Phosphor, doch ich entschied mich trotzdem für Phosphor, da die restliche Symptomatik sehr typisch für das Mittel ist.
In der Rubrik Magen – Erbrechen – Eiscreme agg. ist es zwar nicht enthalten, doch diese Rubrik ist mit 4 Mitteln sehr klein und daher nicht unbedingt verwertbar.
In der Rubrik Magen – Erbrechen – nachts ist Phosphor einwertig vertreten (Kent).
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Frage:
5. Frage: Welche begleitende therapeutische Maßnahmen empfiehlst Du?
Antwort
Um einen Mineral- bzw. Flüssigkeitsverlust möglichst zu vermeiden, bitte ich die Mutter, sobald eine Besserung eingetreten ist und das Getrunkene wieder behalten wird, darauf zu achten, dass das Kind ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt.
Es soll Wasser, ungesüßter Tee getrunken werden. Im Anschluss ist auf eine Aufbaukost zu achten. Ich empfehle: Zwieback, Reis, geriebener Apfel, evtl. eine Haferschleimsuppe.
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Frage:
6: Frage: Welches Mittel kommt für Dich noch in Betracht? Nenne Gründe für und wider das Mittel!
Antwort
Differentialdiagnostisch kommt Arsen in Frage.
Arsen hat Erbrechen nach Eiscreme bzw. wässrigen Früchten, dies ist ein Keynote.
Ebenso hat Arsen das Erbrechen nach dem Trinken, jedoch erbricht Arsen unmittelbar nach dem Trinken oder Essen. Meine kleine Patientin ist eher durstlos, was gegen Arsen bei akuten Krankheitsgeschehen spricht. Das nächtliche Erbrechen würde passen, jedoch ist 4.00 Uhr nicht die typische Arsen-Zeit.
Die kleine B liegt ruhig in ihrem Bett und möchte massiert werden, was typischer für Phosphor ist.
Auch Arsen ist schwach, Arsen ist trotzdem ruhelos und hat das Bedürfnis nach Berührung nicht so ausgeprägt.
Außerdem fehlt bei Arsen das Symptom des Schwitzens nach Erbrechen, was ich als hochwertiges individuelles Symptom betrachte.
So ist meine Mittelwahl auf Phosphor C 30 gefallen.
Das Mittel wurde trocken auf die Zunge verabreicht (wegen des Erbrechens von Wasser)
Wir vereinbarten einen weiteren Telefontermin am Nachmittag.
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Frage:
7. Frage: Was sollte sich und in welchem Zeitraum bessern?
Antwort
Das Erbrechen sollte sich sofort bessern, das Kind sollte wieder Flüssigkeit zu sich nehmen können. Die Gefahr des Austrocknens ist bei Kleinkindern schnell gegeben.
Auch die Schwäche sollte rasch besser werden.
Tel. am Nachmittag:
Die Mutter berichtet, die kleine B schlief noch ca. 2. h und wollte dann etwas essen und trinken.
Sie aß einen Apfel und etwas Reis, was sie auch alles behalten konnte. Auch mit dem Trinken hat sie keine Schwierigkeiten mehr. Sie hüpft bereits wieder in der Wohnung umher und ist fröhlich. Wir vereinbarten, dass die Mutter weitere 3 Globuli in Wasser auflöst und ihr am nächsten Tag davon 3 Löffel über den Tag verteilt geben soll.
FU am nächsten Tag:
Der Anruf am nächsten Tag: B geht es gut, das Fieber und die Schwäche sind weg und sie ist wieder ganz die alte.
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