Studieninhalte

Intensivausbildung Klassische Homöopathie – das Ausbildungskonzept


„Wenn Homöopathie, dann Gauting". Diese Empfehlung von Therapeuten und Akademieabsolventen führt Jahr für Jahr Menschen verschiedenen Alters und unterschiedlichster Vorbildung an unsere Akademie.
Mit der Intensivausbildung Klassische Homöopathie erwerben unsere Studenten das erforderliche theoretische und praktische Fachwissen, um eine homöopathische Praxis zu führen.
Die umfassenden theoretischen Grundlagen vermitteln erfahrene Dozenten im Rahmen des Grundlagenstudiums. Diese Themen werden im Aufbaustudium weiter vertieft. Der Schwerpunkt liegt jedoch auf praxisorientiertem Unterricht. So können im Rahmen von Anamnesetraining, Lehrpraxis, Studenten- und Klinikambulatorium die Fähigkeiten erworben und trainiert werden, die für die erfolgreiche Behandlung eigener Patienten notwendig sind.


Aufbau der Ausbildung

Grundlagenstudium


• Einführung in die Homöopathie
• Einführung in die Repertorisation
• Studium des „Organon" und der „Chronischen Krankheiten"
(Grundlagenwerke S. Hahnemanns)
• Entwicklungsgeschichte der Klassischen Homöopathie
• Einführung in die Miasmen
• Theoretische Grundlagen der Arzneimittelreaktionen
• Arzneimittelherstellung
• Dosologie
• Einführung in die Strategie der Fallanalyse
• Akute Fälle, erste chronische Fälle
• Erste Hilfe
• Betriebswirtschaftliche und rechtliche Aspekte der Heilpraxis
• Ca. 75 Arzneimittelbilder (Materia Medica)
• Prüfung Ende Basismodul (Materia Medica, Theorie und ein kurzer Fall)

Aufbaustudium


• Fallanalyse akuter Fälle
• Fallanalyse chronischer Fälle
• Fallmanagement im Langzeitverlauf
• Beurteilung von Arzneimittelreaktionen in der Praxis
• Vertiefung der theoretischen Grundlagen aus „Organon" und
„Chronischen Krankheiten" sowie deren Anwendung in der Praxis
• Umsetzung der Miasmenlehre in der Praxis
• Einführung in verschiedene Richtungen innerhalb der Homöopathie
• Theorie der Arzneimittelprüfung
• Homöopathie und Wissenschaft
• Ca. 75 Arzneimittelbilder
• Zwei Prüfungen Materia Medica, Theorie
• Prüfung Fallanalyse

Praxisunterricht


• Psychologische Grundlagen für die homöopathische Anamnese
• Anamnesetraining (Theorie und praktische Übungen)
• Lehrpraxis
• Studentenambulatorium
• Klinikambulatorium

Zentrale Inhalte der Ausbildung


Organon und Repertorium – Einstieg in die Grundlagen


Das Organon, Hahnemanns grundlegendes Werk zur Homöopathie, wird in gemeinsamer Lektüre in seinem Zeitkontext erklärt und somit auch für den Studenten unserer Zeit verständlich und nutzbar gemacht.

Im Unterricht zur Repertorisation erlernen die Studenten den Umgang mit diesem unersetzlichen Werkzeug homöopathischen Arbeitens von Grund auf und gewinnen durch vielfältige Übungen die notwendige Sicherheit im Gebrauch des Repertoriums.


Pulsatilla, Silicea und Lachesis ... die Arzneimittelbilder


Ob pflanzliches, mineralisches oder tierisches Mittel – im Unterricht zu den homöopathischen Arzneimitteln erfahren die Studenten neben den Hauptsymptomen auch das Wichtigste über die geprüfte Substanz, Erfahrungen aus alter und neuer Literatur sowie die konkrete Anwendung des Mittels anhand exemplarischer Fälle aus der Praxis der Dozenten. So eignen sich die Studenten zu jedem der 150 unterrichteten Arzneimittel ein deutliches Bild an, das ihnen auf Dauer im Gedächtnis bleiben wird.


Fälle – akut und chronisch


Nach den Einführungen in die wichtigsten theoretischen Grundlagen der Homöopathie steht während der gesamten Ausbildung das Arbeiten an praktischen Fällen im Vordergrund. Vom einfachen akuten bis zum hochkomplexen chronischen Fall wird im Laufe der Ausbildung eine Vielzahl von Fällen aus der Praxis bearbeitet. Dabei üben sich die Studenten in Fallanalyse, Hierarchisierung, Repertorisation, Differenzialdiagnose und Mittelwahl, bis ihnen das homöopathische Arbeiten in Fleisch und Blut übergegangen ist.


Vijayakar, Sankaran oder Bönninghausen...


An der Akademie erlernen die Studenten die Arbeitsweise der Klassischen Homöopathie nach Hahnemann und Kent. Gleichzeitig erhalten sie einen Einblick in die traditionellen und modernen Richtungen der Homöopathie, z.B. in die Arbeit nach Boger / Bönninghausen, Vithoulkas, Scholten, Sankaran, Herscu und Vijayakar. So können sich die Studenten frühzeitig ein Bild über die Bandbreite homöopathischen Arbeitens machen und nach Beendigung ihrer Ausbildung ihr Wissen in entsprechenden Seminaren vertiefen.


Praxis bereits in der Ausbildung


Die im Folgenden beschriebenen praxisnahen Ausbildungseinheiten zeichnen unser Unterrichtskonzept aus und ermöglichen es den Studenten, erste Erfahrungen mit Patienten in einem geschützten Rahmen zu machen.


Psychologische Grundlagen und Anamnesetraining


Als Vorbereitung auf das Anamnesetraining werden die Studenten in allgemeiner Psychologie der Kommunikation, wie wir sie aus den Werken von Watzlawik und Schulz von Thun kennen, sowie in der Wahrnehmung ihres Gegenübers geschult. Ebenso werden ihnen die Grundlagen der klientenzentrierten Gesprächsführung nach Rogers vermittelt, wo es um bedingungslose Wertschätzung des Patienten, um Empathie und Kongruenz als unabdingbare Voraussetzung für therapeutisches Arbeiten geht. Wer lernen will, andere Menschen in ihrer Krankheit so wahr- und anzunehmen, dass das homöopathische Wirkprinzip greift, der wird auch lernen, sich selbst anzunehmen. Hierzu gehören auch Grundkenntnisse über das Unbewusste sowie über die Konzepte von Übertragung und Gegenübertragung. Die Ausbildung zum homöopathisch arbeitenden Heilpraktiker stellt somit eine wunderbare Möglichkeit dar, sich selbst im Spiegel anderer zu betrachten.
Nachdem den Studenten die theoretischen Grundlagen der homöopathischen Anamneseführung vermittelt wurden, wird das Gelernte in Kleingruppen (Patient / Therapeut / Beobachter) mit vorgegebenen Krankheitssituationen immer wieder in unterschiedlichen Konstellationen geübt. Damit sind die Studenten gut gerüstet für die drei Stufen unserer praktischen Ausbildung.


Lehrpraxis


Hier haben die Studenten die Möglichkeit, einem erfahrenen Dozenten während der Anamnese über die Schulter zu schauen und von seiner Art der Anamneseführung zu lernen. Sie verfolgen die Anamnese per Videoübertragung aus dem schulinternen Praxisraum. Die Studenten schreiben die Anamnese mit und arbeiten den Fall aus. Dieser wird anschließend im Unterricht besprochen, und der Dozent macht auf wesentliche Züge der Anamneseführung aufmerksam, um den Studenten die Möglichkeit zu geben, sein Vorgehen nachzuvollziehen.


Studentenambulatorium


Die nächste Ebene der praktischen Ausbildung stellt das Studentenambulatorium dar. Hier bekommen die Studenten die Gelegenheit, eine eigene Anamnese unter Supervision eines erfahrenen Dozenten durchzuführen. Auch diese Anamnese wird per Video aufgezeichnet. Das Studentenambulatorium bietet folgende Vorteile für die Studenten:
- Sie können das bisher gelernte theoretische Wissen in die Praxis umsetzen.
- Sie erfahren sich im Kontakt mit einem Patienten.
- Dank videogestützter Analyse kann der Dozent sie auf ihre Stärken und Schwächen während der Anamneseführung hinweisen.
- Durch die Videoübertragung in den Klassenraum profitieren alle Mitstudenten davon.
- Sie lernen das gleichzeitige Führen einer Anamnese und Erstellen einer Mitschrift.
- Sie dürfen einen Patienten über einen längeren Zeitraum hinweg betreuen und lernen dabei die wichtigen Voraussetzungen der Patientenführung.


Klinikambulatorium


Das Klinikambulatorium ist eine Kooperation zwischen der Akademie für Homöopathie und der Frauenklinik Dr. Geisenhofer GmbH in München. Hier wird unseren Studenten die einmalige Chance zu einer homöopathischen Ausbildung direkt am Krankenbett geboten (Bedside-Teaching).
Behandelt werden Frauen mit Schwangerschaftsbeschwerden (Schwangerschaftserbrechen, vorzeitige Wehen usw.), frisch entbundene Frauen, Frauen nach Unterleibs- oder Brustoperationen sowie Früh- und Neugeborene (Neugeborenenikterus, Erbrechen, Anpassungsstörungen usw.). Die Klassische Homöopathie stellt hier einen enormen Gewinn in der Behandlung dar und trägt entscheidend zu schnellerer Genesung bei.

Seit 2013 ist das Klinikambulatorium fest in unserem Lehrplan verankert. Es findet regelmäßig in kleinen Gruppen von maximal drei Studenten unter Supervision einer Dozentin statt. Die Studenten machen die Anamnese direkt am Krankenbett, gefolgt von Fallanalyse und Verordnung, ebenfalls unter Supervision. Unterstützt wird die Gruppe in ihrer homöopathischen Arbeit durch den Informationsaustausch mit dem Pflegepersonal und den Ärzten der Frauenklinik Dr. Geisenhofer GmbH.

In diesem Krankenhaus-Setting lernen die Studenten die Möglichkeiten der homöopathischen Therapie im klinischen Bereich und in der Akutmedizin kennen und schätzen. Dies erweitert die praktischen Kompetenzen enorm und gewährt Einblick in eine mögliche Einbindung der Klassischen Homöopathie ins Klinikgeschehen. Ein solches Klinikambulatorium ist einzigartig unter Deutschlands Homöopathie-Fachschulen.

Wir möchten darauf hinweisen, dass die Verantwortung in allen Behandlungsfällen bei diesen praktischen Einheiten beim betreuenden Dozenten liegt, und dass Studenten Behandlungsempfehlungen nur mit Kenntnis des Dozenten ausgeben.

Hausaufgaben und Prüfungen


Im Laufe der Ausbildung bearbeiten die Studenten zwei Hausaufgaben (Theoriefragen und Fallbearbeitung), die korrigiert und besprochen werden. Um den Lernerfolg in jedem Ausbildungsabschnitt zu sichern, werden mehrere Prüfungsteile abgelegt: im Basisstudium eine Materia-Medica-Prüfung, Theoriefragen und eine Fallbearbeitung, im Aufbaustudium zwei Materia-Medica-Prüfungen mit einem weiteren Theorieteil sowie eine Fallanalyse-Prüfung.

Zertifikat der Akademie für Homöopathie 

Praxisreife in Klassischer Homöopathie ist gegeben, wenn sämtliche Prüfungen des Aufbaustudiums bestanden wurden. Das Zertifikat der Akademie für Homöopathie ist der schriftliche Nachweis eines hervorragenden Ausbildungsstandes und wird auf der Basis der uns vorliegenden Heilerlaubnis verliehen. Absolventen, die noch keine Heilerlaubnis besitzen, bekommen zunächst eine Teilnahmebescheinigung, die nach Vorlage der Heilerlaubnis in ein Zertifikat umgewandelt wird.

Abschluss mit bundesweitem Qualitätszertifikat (BKHD) 

Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, in der Qualitätskonferenz des BKHD (QBKHD), die Qualität in der homöopathischen Aus- und Weiterbildung zu fördern und zu gewährleisten. Die Sicherung einer hohen Qualität ist unverzichtbar für eine größere Akzeptanz der Homöopathie im Gesundheitswesen. Die transparente Umsetzung der Qualifikationsstandards ermöglicht Patienten den Weg zu gut aus- und fortgebildeten Homöopathen, die im zentralen Therapeutenregister der QBKHD gelistet werden.
Durch die Teilnahme an der jährlich stattfindenden Zentralen Homöopathie Prüfung der Qualitätskonferenz des BKHD (Bund Klassischer Homöopathen Deutschlands e. V.) können unsere Absolventen dieses bundesweite Qualitätszertifikat erlangen. Ausführliche Informationen zu Inhalt und Ablauf der Zentralen Prüfung, eine Probeprüfung und die Prüfungsgebühr sind in unserer Ausbildung integriert.


Supervision für Homöopathen

Wer die Klassische Homöopathie ausübt, begibt sich auf einen Weg steter Weiterentwicklung von sich als Person und Therapeut. Nach einer hochwertigen Fachausbildung und einem gelungenen Start in die Praxis ist die Supervision der nächste Schritt auf dem Weg zum Praxiserfolg.
Supervision wird als „der klärende Blick von oben" oder „die kritische Sicht von außen" bezeichnet. Supervision ist ein Element, das zur Sicherung und Verbesserung der Qualität beruflicher Arbeit eingesetzt wird und dient grundsätzlich der Entwicklung von Personen und Organisationen.
Gerade in den ersten Jahren der Praxis tauchen immer wieder Probleme auf: im Fallverständnis, in der Verlaufsbeurteilung oder im Therapeuten-Patienten-Verhältnis.

Supervision unterstützt die Interaktion zwischen Therapeut und Patient. Sie zeigt Stärken auf und lehrt uns, Schwächen zu akzeptieren und im besten Fall auch zu verändern. Supervision bietet Chancen zur Entlastung des Einzelnen. Sie hilft, die tägliche Praxis zu reflektieren, sei es nun in einer Gruppe oder in der Einzelberatung. Wenn die Chance genutzt werden kann, aus der eigenen Arbeit zu lernen, wächst die Sicherheit in den Behandlungen und damit auch der Erfolg in der Praxis.

Supervision bedeutet nicht, einen ungelösten Fall vom Supervisor „lösen" zu lassen, sondern sie begleitet und reflektiert und zeigt im Miteinander neue Handlungsperspektiven auf, die unsere therapeutische Erfahrung in der Klassischen Homöopathie erweitern, verfeinern und vertiefen können.
Das Homöopathie Forum e.V. führt eine deutschlandweite Liste von Supervisoren, die alle auf eine langjährige Praxistätigkeit zurückblicken.

Nähere Informationen dazu über das Homöopathie Forum e. V. unter www.homoeopathie-forum.de oder unter Tel: 089 / 89 99 96 17.

 


Unser Dozententeam

Um das hohe Niveau unserer bewährten Ausbildung aufrechtzuerhalten, legen wir größten Wert auf die fachliche und didaktische Qualität unserer Dozenten. Das Gautinger Homöopathie-Kollegium setzt sich aus einem Kreis erfahrener Homöopathen zusammen, die allesamt auf eine langjährige erfolgreiche Praxisarbeit zurückblicken und in jährlichen Seminaren geschult werden. Die Vielfalt unterschiedlicher Dozenten wird von unseren Studenten sehr geschätzt und stellt eine Bereicherung dar, bei der ungeachtet aller Unterschiede ein gemeinsamer roter Faden als Orientierung deutlich erkennbar ist.